23.09.2020

Neue Kooperation des Naturzentrums Rheinauen bereichert Umweltbildungsangebot in Rust

Teilnehmer der ersten Schulung der Kooperation Uni Landau und dem Naturzentrum

Pressemitteilung der Gemeinde Rust vom 23. September 2020.

Das Naturzentrum Rheinauen hat zwei weitere wichtige Bildungspartner für sich gewinnen können. Gemeinsam mit der Universität Koblenz-Landau und dem Institut für Grundwasserökologie IGÖ GmbH aus Landau ist jüngst eine dauerhafte Zusammenarbeit im Bereich der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) vereinbart worden.

Das Thema Grundwasserökologie steht bei dieser Zusammenarbeit im Vordergrund. Gemeinsame Veranstaltungen, Exkursionen und Praktika sind geplant, von denen insbesondere die Schülerinnen und Schüler der Ruster Grund- und Gemeinschaftsschule profitieren werden. Unter anderem sieht die Kooperation den Aufbau und den Betrieb eines grundwasserökologischen Dauermonitoringprogrammes in Rust vor.

Anlass für die Bildungspartnerschaft ist das Citizen-Science-Projekt „Grundwasser – der verborgene Lebensraum“ im Vorfeld zur Landesgartenschau 2022 in Neuenburg am Rhein, das vom Innovationsfonds für Klima- und Wasserschutz der badenova gefördert wird. Ziel des Projekts ist die Kartierung der Grundwasserfauna in Südbaden sowie die didaktische Aufbereitung des Themas Grundwasserökologie für den Unterricht an Schulen.

„Die Gemeinde Rust liegt in einer Landschaft, die stark durch Grundwasser und seine Wechselwirkungen mit dem Oberflächenwasser geprägt ist. Da ist es naheliegend, dass das Naturzentrum als Einrichtung der BNE auch das Thema Wasser aufgreift und zum Inhalt in seinem Bildungsangebot macht,“ erklärt Alexander Schindler, Leiter des Umweltamtes in Rust.  „Mit der Universität Koblenz-Landau und dem Institut für Grundwasserökologie IGÖ GmbH unterstützen uns zwei sehr kompetente Partner mit umfassenden Kenntnissen und Equipment,“ betont Bürgermeister Kai-Achim Klare.

Auch der Rektor der Grund- und Gemeinschaftsschule, Christian Moser, freut sich über die neuen Möglichkeiten, die sich daraus im Rahmen der Bildungspartnerschaft mit dem Naturzentrum ergeben. Und er ist vom Mehrwert überzeugt. „Derzeit werden zwei unserer Lehrkräfte gemeinsam mit den Rangern geschult. Ziel ist es, dass sie mit ihren Klassen Kartierungen vornehmen können. Wir möchten damit ein dauerhaftes Monitoringprogramm ins Leben rufen, das auch in den kommenden Jahren als Lernfeld für alle unsere Schülerinnen und Schüler zur Verfügung steht. Aus unserem Schulalltag wissen wir, dass der naturnahe und erlebnisorientierte Unterricht im Naturzentrum das nachhaltige Lernen und das Verständnis für Natur, Umwelt und Nachhaltigkeit signifikant verbessert.“ Bereits in wenigen Wochen können Schülerinnen und Schüler die ersten Grundwasserproben entnehmen und untersuchen.

An der Universität Koblenz-Landau und am Institut für Grundwasserökologie IGÖ GmbH sind Kompetenzen im Bereich der grundlegenden und angewandten ökologischen Grund- und Trinkwasserforschung, der Beratung und Weiterbildung konzentriert. Darüber hinaus ist die Lehramtsausbildung einer der Schwerpunkte der Universität Koblenz-Landau.  „Für uns ist die Zusammenarbeit mit dem Naturzentrum in vielerlei Hinsicht eine große Bereicherung. Die erhobenen Daten der Schülerinnen und Schüler werden in wissenschaftliche Projekte einfließen können und unsere Lehramtsstudierende sammeln dabei praktische Erfahrungen,“ ist sich Cornelia Spengler von der Universität Landau sicher. Darüber hinaus sieht sie einen weiteren Vorteil. „Wir bemühen uns seit Jahren den Lebensraum Grundwasser und seine außergewöhnlichen und schützenswerten Bewohner stärker ins Blickfeld der öffentlichen Wahrnehmung zu rücken und durch das Engagement des Naturzentrums werden wir damit einen großen Schritt weiterkommen.“

Grundwasser ist Teil des Wasserkreislaufes und stammt überwiegend aus Regenwasser, welches über den Boden, durch Sand-, Kies- und Felsschichten bis in die Grundwasserleiter strömt und sich reinigt. Die Säuberung wird von einer Vielzahl an Tieren, Bakterien und Pilzen im Grundwasser fortgesetzt, das ein eigenes Ökosystem bildet. Ein funktionierendes, intaktes Ökosystem ist Produkt und zugleich auch immer Voraussetzung für sauberes Grundwasser, das unsere wichtigste Trinkwasserresource ist. Das Wissen um die Grundwasserökologie und die Möglichkeit, dieses Wissen unmittelbar im Naturzentrum anzuwenden, vertieft das Erlernte der Schülerinnen und Schüler. Verständnis für Zusammenhänge und die Auseinandersetzung mit der eigenen Umwelt werden über das theoretische Wissen und im Sinne des BNE hinaus gefördert.

 

Bild: Die Schulungen für die Ranger des Naturzentrums und die Lehrkräfte der Ruster Grund- und Gemeinschaftsschule haben bereits begonnen. Über die neue Bildungspartnerschaft freuen sich (v.l.n.r). Daniel Haar (Lehrer), Wolfgang Schäffner (Lehrer), Dr. Cornelia Spengler (Wissenschaftlerin Universität Landau), Christian Moser (Schulrektor), Laura Geßler (Lehramtsstudentin), Dino Himmelsbach (Ranger), Peter Bux (Ranger), Dr. Kai-Achim Klare (Bürgermeister), Quincy Schachl (Bundesfreiwilligendienst), Martin Heimburger (Ranger), Alexander Schindler (Leiter des Umweltamts).

33/2020