12.08.2019

Altes Wissen neu entdeckt - Allmendpfad

Aus "Salli Rust", 1 Ausgabe 2019

Das Naturzentrum Rheinauen hat sich in der fünften Ausschreibungsrunde „Nachhaltigkeit lernen – Kinder gestalten Zukunft“  die Unterstützung der Baden-Württemberg Stiftung in Kooperation mit der Heidehof Stiftung gesichert. Insgesamt werden rund 54.000 € in die Umsetzung eines Themenpfades im Ruster Allmendwald investiert, der den Begriff Nachhaltigkeit mit Leben füllen soll. Der Standort des Pfades ist dabei ganz bewusst gewählt.  Der Allmendwald hat als Gemeindegut in der Geschichte von Rust wichtige Bedeutung und ist gutes Beispiel für gemeinschaftliche und nachhaltige Nutzung von Ressourcen. Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern der Gemeinschaftsschule Rust/Kappel-Grafenhausen und örtlicher Unterstützung von Vereinen und ehrenamtlichen Helfern werden die rund zwölf Stationen des Allmendpfades im nächsten Schuljahr im Unterricht erarbeitet werden.

Heimat entdecken…

Der Pfad bindet lokale Gegebenheiten und heimische Geschichte ein und zeigt so die Bedeutung von Nachhaltigkeit im eigenen Lebensumfeld verständlich auf. Denn das Prinzip der Nachhaltigkeit ist nicht neu. Bereits die Fischer in Rust erkannten früh die Notwendigkeit vom nachhaltigen Wirtschaften und schlossen sich vor über 400 Jahren zu einer Zunft zusammen. Gemeinsam teilten die Mitglieder die Ruster Gewässer unter sich auf und bestimmten Fangmengen. So gewährleisteten sie, dass nicht mehr Fische geangelt wurden, wie auf natürliche Weise nachkommen konnten, um ihre Lebensgrundlage auch für die Zukunft zu sichern. Anhand von Beispielen wie diesem, werden auf dem Allmendpfad komplexe Themen und Zusammenhänge für Kinder und Jugendliche auf die eigene Lebenswelt heruntergebrochen. Das Projekt schafft die Verbindung zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart, um einen Blick in die Zukunft werfen zu können.

… Nachhaltigkeit lernen

Die enge Kooperation mit der Gemeinschaftsschule Rust/Kappel-Grafenhausen ermöglicht es, dass die Themen der einzelnen Stationen (z. B. Allmende oder Auswanderung) im Unterricht in den jeweils nach Lehrplan geeigneten Klassenstufen aufgegriffen und mit den Lehrern bearbeitet werden. Die Ergebnisse werden durch Schautafeln und passende Mitmach-Angebote der Öffentlichkeit auf dem etwa drei Kilometer langen Rundweg zugänglich gemacht. Die beteiligten Schülerinnen und Schüler haben direkten Einfluss auf die Inhalte und die Ausgestaltung der Stationen. Die Erfahrung ihre Heimat mitgestalten zu können, fördert Verantwortungsgefühl und Kreativität. Aus dem Verständnis für die eigene Umwelt und die enge Verknüpfung der Lebenswelt mit der Natur, kann eine Sensibilisierung im Sinne der Nachhaltigkeit erreicht werden. Die Kinder und Jugendlichen selbst beantworten die Frage, was zu tun ist, um ihre Heimat zukunftsfähig zu gestalten und welche Rolle dabei die eigenen Handlungen spielen.