09.05.2016

Naturzentrum Rheinauen in Rust

aus der Badischen Zeitung vom 9. Mai 2016

Ein Museum für Bäume und Kinder, die sich zum Ranger ausbilden lassen - im Taubergießen wird Umwelterziehung groß geschrieben und macht Spaß.

Es ist eine bezaubernd verwunschene Welt, die sich im Taubergießen am Rhein bei Rust auftut: Libellen kreisen über dem Wasser, der Morgentau legt sich auf bemooste Baumstämme, kleine Pfade winden sich durchs Dickicht - und von irgendwoher dringt der Schrei eines Vogels. Kaum zu glauben, dass nur wenige hundert Meter entfernt der Unterhaltungsrummel des Europa-Park tobt.

Auf halbem Weg zwischen diesen beiden recht gegensätzlichen Welten liegt in einer stattlichen Blückhütte am grün schimmernden Allmendsee das Naturzentrum Rheinauen. 2010 wurde es eröffnet, seitdem haben Alexander Schindler und sein Team im Auftrag der Gemeinde Rust als Träger ein vielfältiges Angebot auf die Beine gestellt, dessen Ziel es ist, Kinder wie Erwachsene an den Umweltschutz heranzuführen.

Umwelterziehung - was zunächst etwas trocken und nach jeder Menge Verboten klingt, wird hier keinesfalls mit erhobenem Zeigefinger umgesetzt: Kinder wie Erwachsene sollen die Schönheit der Natur erleben, entdecken, welche Vielfalt sie birgt, und was sie selbst für ihren Erhalt tun können. Und das darf durchaus auch jede Menge Spaß machen.

So geht es mit der Becherlupe und Kescher an den Allmendsee, um zu erforschen, was in einem Naturteich so alles lebt. Oder Kinder dürfen - gut gesichert - die Bäume bis in schwindelerregende Höhen erklettern. Oder aber sie gehen mit dem Ranger auf Tour und meistern bei Teamspielen ihr Ranger-Kids-Abzeichen. In der Holz- und Kreativwerkstatt entstehen kleine Kunstwerke aus Naturmaterialien. Die Angebote richten sich auch an die Schulklassen.

Einen ganz anderen Blickwinkeln auf die Natur vermitteln die Stocherkahnfahrten durch den Taubergießen. Wieder an Land dient eine Baumallee als kleines Museum: Jeder gekürte "Baum des Jahres" seit 1989  wurde dort gepflanzt. Und daran angrenzend gibt es seit Herbst 2014 einen Klimawandelgarten. Immer wieder gibt es Greifvogelvorführungen im Falkenhof. Für Interessierte lohnt sich ein Blick auf die Homepage des Naturzentrums - der Veranstaltungskalender ist reich bestückt.


veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung

09. Mai 2016

Autor: Ronja Vattes