28.05.2016

Wie die bärbeißigen kraftstrotzenden Wikinger

aus der Badischen Zeitung vom 28. Mai 2016

Kinder aus Rust und den Umlandgemeinden sind drei Tage lang auf eine abenteuerliche Zeitreise gegangen.

Das Naturzentrum Rheinauen in Rust hat Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren aus Rust und den Umlandgemeinden für drei Tage zu einem abenteuerichen Ferienprogramm eingeladen. Auf dem Programm stand eine Zeitreise in die Vergangenheit zu den Wikingern.

Die Wikinger aus dem Frühmittelalter (etwa 800 bis 1050), waren wohl junge rauflustige, tollkühne, zur See fahrende Krieger des Nord- und Ostseeraumes. Nachdem sich die jungen Seefahrer jedoch ausgetobt hatten, ließen sie sich nieder und betrieben Landbau. Der Naturpädagoge Frederik Daniels mit seinem Hund und Waldpädagoge Peter Bux betreuten die Gruppe täglich acht Stunden. Im Wikingergelände wurde das Wikingercamp aufgeschlagen, wo auch das Essen zubereitet wurde.

Mit dem Schiff auf Raubzug über den Allmendsee war nun leider nicht möglich, die Buben taten jedoch an Land alles, um die Rolle der bärbeißigen, kraftstrotzenden Wikinger auszufüllen. Da waren ein paar Schrammen und zerrissene Hosen kein Problem, eher ein Zeichen von Stärke. Spiel und Spaß waren wichtig, aber es blieb sehr viel Zeit mit Spiel und Geschichten das Alltagsleben der Wikinger zu thematisieren.

Natürlich wurde der Frage nachgegangen, wie die Wikinger gekämpft hatten. Schwert, Schild und Schutzkleidung wurden aus Pappe und Holz selbst gebastelt. Gefechte wurden selbstverständlich auch ausgetragen, auch die "Wikingerfrauen" griffen zu den Waffen, doch mehr Interesse zeigten die Mädchen beim Basteln von Wikingerschmuck mit Rehhörnle. In der Holzwerkstatt wurde gesägt und geschliffen, um ein Winkingerschachspiel aus Bauern und Königen herzustellen. Ein gutes Auge und Wachsamkeit war von den beiden Betreuern gefordert, wenn die Raufbolde mit Stöcken aufeinander losgingen. Außer kleinen Bessuren gab es dank zweier erfahrener Pädagogen keine Verletzungen.

Für Peter Bux war wichtig, dass es eine gemischte Gruppe auch mit Kindern aus anderen Gemeinden war. Naturerlebnis, Kreativität und Wissensvermittlung waren während der drei Tage wichtige Element. "Kinder müssen früh erkennen, wie wichtig eine intakte Natur für den Menschen ist", sagte Bux, währen er im Naturzentrum für das Mittagessen die Kartoffeln schälte. "Für unsere Erde gibt es keinen Plan B" fügte er hinzu. Eine wichtige Erkenntnis hatte Frederik Daniels noch zu vermitteln: "Die Winkinger hatten keine Hörner."


veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung

28. Mai 2016

Autor: amu