Die Elz

Das Quellgebiet

Die Elz ist - mit Dreisam und Wilder Gutach - nach Neckar und Kinzig der größte Oberrheinzufluss in Baden-Württemberg. Das Gewässersystem hat ein Einzugsgebiet von 1418 km2. Die Quelle der Elz, deren Name wohl vorkeltischen Ursprunges ist, liegt im südöstlichen Schwarzwald in 1089 Meter Höhe auf der Schönwalder Hochfläche im Gebiet des Brend und des Rohrhardsbergs. Ebenfalls auf dieser flach welligen Hochfläche befindet sich etwa 800 Meter südwestlich die Quelle der Breg, einer der Quellflüsse der Donau. Da das Gebiet um die eigentliche Elzquelle etwas moorig ist, wurde das Wasser im Jahre 1964 vom Schwarzwaldverein in Höhe von 1050 Metern als "offizielle" Quelle in Stein gefasst. Jedoch fließt das Wasser auch noch oberhalb dieser Quellfassung. Der eigentliche Elzurspung ist einige Hundert Meter höher am Hang und nicht gut zugänglich. Zwischen beiden Quellen liegt die so genannte Europäische Wasserscheide. Während das Quellwasser der Elz in den Rhein und damit in die Nordsee mündet, fließt das Wasser der Breg mit der Donau in das Schwarze Meer.

 

Von der Quelle zur Mündung

Die Elz strebt zunächst mit starkem Gefälle genau nach Norden durch das obere Prechtal. Mitten in der Ortschaft Oberprechtal wendet sie sich nach Südwesten der Rheinebene zu. Bei Buchholz bzw. Sexau richtet sie dann ihren Lauf nach Nordwesten. Unterwegs nimmt die Elz einige Bäche und Flüsschen mit: Biederbach, Brettenbach, Yach und Wilde Gutach. Nach 65 km erreicht sie schließlich Riegel, wo sie noch Dreisam und Glotter aufnimmt. Dort wird die Elz vom schnurgeraden Leopoldskanal aufgenommen, der unter dem badischen Großherzog Leopold (1830-1852) zur Hochwasserentlastung gebaut wurde. Durch den Kanal wird der Hauptteil des Wassers auf dem kürzesten Weg (12,5 km) zum Rhein bei Niederhausen geleitet.

Der Rest des Wassers nimmt als so genannte "Alte Elz" den Weg über Kenzingen Richtung Rust. Sie durcheilt den Europa-Park und das Dorf, bis sie bei Nonnenweier in den Rhein mündet.

 

Der Leopoldskanal

Mit dem Bau des Leopoldskanals wurde der größte Eingriff in den Lauf der Elz bewirkt. Grund für diese Maßnahme waren die zahlreichen Hochwasser, die nicht nur die fruchbaren Auenbereiche betrafen und die Landwirtschaft beeinträchtigen, sondern auch große Schäden an Siedlungen (Riegel, Kenzingen, Rust) anrichteten. Das Bett der Elz war vor dem Kanalbau teilweise 100 bis 250 Meter breit, bildete Inseln und verlagerte häufig seinen Verlauf. Nach zehn Überschwemmungen im Jahre 1831 erfolgten die ersten konkreten Planungen für die Verwirklchung des "Noth-Canal-Projects" zwischen Riegel und Rhein. Erbaut von 1837-1842 konnte der Kanal bereits 1844 und 1845 erfolgreich vor Hochwasser schützen. Am 15. November 1846 wurde deshalb von den dankbaren Gemeinden ein Obelisk zu Ehren des Großherzogs Leopold an der Schleuse in Riegel enthüllt. Diese Schleuse reguliert die Wassermenge auf ca. 7m3/s, die in die Alte Elz eingelassen wird.

 

Das Mündungsgebiet

Unmittelbar am Grenzübergang Nonnenweier beginnt das Elz-Mündungsgebiet. Der Schutterentlastungskanal mündet in diesem Bereich ebenflass noch in die Elz, bevor diese über mehrere Zugänge in den Rhein mündet. Rund 900 Meter unterhalb des Grenzübergangs befindet sich der - von der Wasserführung her gesehen - größte Elzzugang in den Rhein. Dieser Einlass ist bei jedem Wasserstand durchgängig und somit könnte man diesen als die eigentliche Elzmündung in den Rhein bezeichnen. Auf ihrem Weg von der Quelle bis zur Mündung hat die Elz nun an die 90 km zurückgelegt und 934 Höhenmeter überwunden.

 

Die Elz als Lachsgewässer

Der Lach gehört zu den sogenannten Wanderfischen, das sind Fische, die zum Laichen ihre Gewässer wechseln. Lachse wandern bereits als Jungfische ins Meer und profitieren von den reicheren Nahrungsquellen. Die Eiablage kann allerdings nicht im Meer erfolgen, da die Eier und die Jungfische andere ökologische Ansprüche (Geröllbett, Süßwasser, Nahrung) haben. Sie wandern genau in jene Gewässer zurück, in denen sie selbst zur Welt gekommen sind. Dabei folgen sie ihrem Geruchssinn und ihrem Gedächtnis an den Geruch der Heimatgwässer.

Neben der Murg und Kinzig zählte die Elz in den vergangenen Jahrhunderten zu den wichtigsten Lachsaufstiegsgewässern am Oberrhein. Der Fischaufstieg war jedoch bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts durch ein unpassierbares Wehr bei Waldkirch-Kollnau eingeschränkt.

Die letzten historischen Lachnachweise aus dem Elz-Dreisam-System sind aus dem Jahr 1958 bekannt. Noch im Winterhalbjahr 1955/56 wurden aus diesem Gebiet fas 50 gefangene Lachse gemeldet. Neben dem Lachs traten im Elz-Dreisam-System nach heutiger Kenntnis insgesamt 34 weitere Fisch- und Neunaugenarten auf. In den historischen Quellen werden auch weitere Wanderfische wie Meerforelle, Maifisch, Fluss- und Meerneunauge genannt. Seit 2005 leben nun wieder Lachse in der Elz, denn in der letzten Juniwoche dieses Jahres wurden bei Waldkirch Junglachse in die Elz eingesetzt. Das war ein erster Schritt zur Wiederansiedelung des Atlantischen Lachses, der einem absoluten Fangverbot unterliegt.

 


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