Artenvielfalt vor der Haustüre schützen

Bitte beachten Sie folgende Hinweise für die Elzwiesen.

Die Bestände vieler Wiesenvogelarten sind im wahrsten Sinne des Wortes im Sinkflug und auch Rastplätze für Vögel während des Vogelzugs sind in Mitteleuropa selten geworden.

Doch direkt vor unserer Haustüre gibt es ein bedeutendes Gebiet für den Vogelschutz – die Elzwiesen. Aufgrund ihrer herausragenden Bedeutung stehen sie gleich unter vierfachem nationalem und internationalem Schutz: als Naturschutzgebiet, Vogelschutzgebiet, FFH-Gebiet und Ramsar-Gebiet.

Bald ist es auch wieder soweit und die Elzwiesen stehen „unter Wasser“. Dann findet eine von  – je nach Wasserführung der Elz – zwei bis drei jährlichen Wiesenwässerungen statt. Die bei der Wässerung flach überstauten Flächen sind Futterquelle und wichtiger Rastplatz während des Vogelzugs von vielen, heute selten gewordenen Vogelarten.

Die Bedeutung der Elzwiesen für die Natur und deren Schutz wird ganz besonders deutlich, wenn sich in dieser Zeit Hunderte Vögel im Gebiet sammeln. Die Elzwiesen sind aber auch einer der wenigen verbliebenen Lebensräume von Wiesenbrütern wie dem Großen Brachvogel.

Während der Wiesenwässerungen und der Brutzeit der Wiesenbrüter zwischen März und Juni ist das Schutzgebiet aber nicht nur besonders interessant für einen Besuch sondern auch besonders sensibel.

Leider zeigen die Erfahrungen aus der Gebietsbetreuung der letzten Jahre, dass manche Besucher nur wenig Verständnis für die Vogelwelt aufbringen und die Verbote missachten bzw. als „Kavaliersdelikte“ abtun. Die daraus resultierenden Störungen der Vogelwelt haben jedoch negative Folgen für das Schutzgebiet, aber auch für das ungetrübte Naturerlebnis der Mehrzahl der Besucher, die das Gebiet naturverträglich nutzen.

Im Frühling und Sommer können freilaufende Hunde aber auch die Wiesen querende Spaziergänger dazu führen, dass Wiesenbrüter ihr Nest verlassen. Das Gelege wird nicht mehr versorgt und die Jungvögel verhungern oder fallen anderen Tieren zum Opfer. Zugvögel verlieren durch Störungen wichtige Ruhezeiten und Energie für den Weiterflug. Auch das unzulässige Befahren des Gebiets mit Pkw oder Krafträdern auf gesperrten Wegen führt zu Störungen. Die Vögel fliegen auf und verlieren Energie oder halten Abstand zu den befahrenen Strecken. So verringert sich der Lebensraum.

 

Damit die Vögel ungestört Energie tanken oder ihren Nachwuchs aufziehen können, sind nur wenige Punkte zu berücksichtigen. Diese sind auch auf Schildern im Gebiet ersichtlich:

  • Es ist wichtig, dass Besucher das ganze Jahr über die befestigten Wege nicht verlassen und die Elzdämme während der Brutzeit vom 1. März bis zum 30. Juni nicht benutzen.
  • Hunde sind ganzjährig und auch auf den geteerten Wegen an der Leine zu führen.
  • Die alte Ringsheimer Straße, die den sensibelsten Bereich des Schutzgebiets in Ost-West-Richtung durchquert, darf bereits seit vielen Jahren als Wirtschaftsweg nur durch land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge befahren werden. Dasselbe gilt für den Heuweg.
  • Lassen Sie keinen Müll im Gebiet zurück.

Unterstützen Sie uns und tragen Sie mit zum Artenschutz vor der Haustüre bei! Damit kann die Wertigkeit des Gebiets auch für die Allgemeinheit und zukünftige Generationen erhalten bleiben.

Um den Schutz des Gebiets zu verbessern und Besucher über die Bedeutung des Gebiets zu informieren, sind seit einiger Zeit auch ehrenamtliche Naturschutzwarte im Gebiet unterwegs. Bitte unterstützen Sie die ehrenamtlich Tätigen wie auch die Mitarbeiter der Polizei, die dieses Jahr verstärkt in den Elzwiesen anzutreffen sind.

 

Übersichtskarte

Ansprechpartnerin: Regierungspräsidium Freiburg, Frau Leitz, claudia.leitz(at)rpf.bwl.de, Tel. 0761/208-4150.