Erstellung Natura 2000-Managementplan

Im Rahmen der Kartierungen werden die Grundstücke im Natura 2000-Gebiet durch die Gutachter betreten. Bitte haben Sie hierfür Verständnis.

Vielfalt gemeinsam bewahren ‒ Erstellung Natura 2000-Managementplan (MaP)

für das FFH-Gebiet 7712-341 „Taubergießen, Elz und Ettenbach" und den Vogelschutzgebieten „Rheinniederung Sasbach – Wittenweier", „Elzniederung zwischen Kenzingen und Rust" und „Johanniterwald"

Die Erhaltung der Biologischen Vielfalt ist ein erklärtes politisches Ziel. Dieses Ziel wird unter anderem über Natur 2000, einem europaweiten Schutzgebietsnetz, in die Praxis umgesetzt. Das Natura 2000-Gebiet „Taubergießen, Elz und Ettenbach und Vogelschutzgebiete" mit dem Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet) Taubergießen, Elz und Ettenbach" und den Vogelschutzgebieten „Rheinniederung Sasbach – Wittenweier", „Elzniederung zwischen Kenzingen und Rust" und „Johanniterwald" verdankt seine besondere naturschutzfachliche Bedeutung vor allem seiner ökologischen Vielseitigkeit. Von typischen Ausschnitten der Rheinauenlandschaft mit Fließgewässern, Altarmen und Auwäldern bis hin zur Kulturlandschaft der Wässerwiesen, beheimatet das Gebiet unterschiedlichste Lebensraumtypen. Hier trifft man viele Pflanzen- und Tierarten unterschiedlichster Lebensräume an, die dieses Gebiet so charakteristisch machen. Mit mehr als 60 gemeldeten Tier- und Pflanzenarten der FFH- und Vogelschutzrichtlinie ist dieses Natura 2000-Gebiet eines der artenreichsten und vielseitigsten in Baden-Württemberg.

Das insgesamt 6.327 ha große Natura 2000-Gebiet liegt am westlichen Rand des Landkreis Emmendingen und ragt am nördlichen Bereich in den Ortenaukreis hinein. Mit Ettenheim, Forchheim, Herbolzheim, Kappel-Grafenhausen, Kenzingen, Rheinau (F), Rheinhausen, Riegel am Kaiserstuhl, Ringsheim, Rust, Sasbach am Kaiserstuhl, Schwanau, Weisweil und Wyhl am Rhein haben insgesamt 14 Gemeinden Anteil am Gesamtgebiet.

In den nächsten zwei Jahren wird für dieses wertvolle Schutzgebiet ein Managementplan erstellt. Der Managementplan dient als Arbeitsgrundlage für die Umsetzung von Natura 2000. Die Umsetzung der Maßnahmenempfehlungen des Managementplans soll der Sicherung, Optimierung, Wiederherstellung und Vernetzung der für Natura 2000 wichtigen Lebensraumtypen und Arten dienen.

Ab Mai 2017 werden Experten, die im Auftrag des Regierungspräsidiums Freiburg den Managementplan erarbeiten, das Gebiet untersuchen. Sie werden die Lebensräume und Arten im Gebiet kartieren.

Im Rahmen dieser Kartierungen werden die Grundstücke im Natura 2000-Gebiet durch die Gutachter betreten. Bitte haben Sie hierfür Verständnis. Das Betreten von Privatgrundstücken ist im Rahmen von § 65 BNatSchG i. V. m. § 77 Abs. 1 NatSchG zulässig. Natürlich werden die Kartierer auf die landwirtschaftliche und jagdliche Nutzung der Flächen Rücksicht nehmen. In Zweifelsfällen können sich die Personen als Mitarbeiter des beauftragten Büros „Institut für Naturschutz und Landschaftsanalyse GbR - INULA" ausweisen.

Um die Landbewirtschafter, Flächeneigentümer und Bewohner im Gebiet sowie Vertreter der Kommunen, Verbände und Behörden detaillierter über den Managementplan zu informieren, wird das Regierungspräsidium im Juni/Juli 2017 eine öffentliche Informationsveranstaltung durchführen. Hierzu werden wir in einer gesonderten Mitteilung informieren.

Unser Ziel ist es, einen Managementplan zu erarbeiten, der mit den ortsansässigen Akteuren umsetzbar ist. Daher ist eine begleitende Öffentlichkeitsbeteiligung vorgesehen. Wir möchten mit Ihnen diese besondere Landschaft mit ihren Tier- und Pflanzenarten gemeinsam als unser europäisches Naturerbe erhalten und entwickeln.

Weitere Informationen zum Gebiet und zum Verfahren erhalten Sie beim Regierungspräsidium Freiburg, Abt. 5, Referat 56, 79083 Freiburg i. Br.

abteilung5@rpf.bwl.de

Tel.: (0761) 208-4135

Ihre Ansprechpartner sind Herr Bickel (Verfahrensbeauftragter) und Herr Nagel (stellv. Verfahrensbeauftragter).