Der Biber

(Castoridae)

Der Biber ist eines der faszinierendsten Tiere unserer heimischen Natur. Er ist das einzige Tier, das seinen Lebensraum aktiv gestaltet und an seine Bedürfnisse anpasst. 

Holzfäller, Landschaftsarchitekt, Bauherr und Spitzentaucher in einem. Biber sind wahre Allroundtalente.

Sie bauen Dämme und Biberburgen, die nicht nur ihnen Schutz bieten, sondern auch wertvolle Lebensräume für viele andere Pflanzen und Tiere schaffen.

Diese eifrigen Landschaftsgestalter tragen maßgeblich zur Verbesserung des Ökosystems bei. Durch das Anlegen von Teichen und das Aufstauen von Wasser werden Feuchtgebiete erhalten und die Artenvielfalt gefördert. Ihr Verhalten beeinflusst die Wasserqualität und hilft, Überschwemmungen zu regulieren.

Der europäische Biber zählt zu den bedrohten Tierarten und ist streng geschützt.

Aussehen

©pixabay_Steve Raubenstine

Der Biber erreicht eine Gesamtlänge von 90 bis 130 cm und wiegt 17 bis 32 kg. In freier Wildbahn können Biber etwa 10 bis 15 Jahre alt werden.

Das meist braune Fell des Bibers ist mit 23.000 Haaren pro cm² sehr dicht und schützt vor Nässe und Auskühlung. Zum Vergleich der Mensch hat nur etwa 600 Haare pro cm² auf dem Kopf.

Biber haben kräftige Zähne, die ständig nachwachsen, und einen flachen, paddelförmigen Schwanz (Biberkelle), der beim Schwimmen hilft und als Kommunikationsmittel dient. Ohren, Nase und Mund sind verschließbar, das ermöglicht dem Biber bis zu 20 Minuten zu tauchen.

An den Hinterfüßen hat er Schwimmhäute. Seine Vorderbeine sind als Greifhände ausgebildet.

Sein Körperbau ist dem Leben im Wasser ausgezeichnet angepasst. An Land wirkt er eher unbeholfen und plump.

Lebensraum

Sein Lebensraum sind fließende und stehende Gewässer und deren Uferbereich.  Das Revier einer Biberfamilie kann ein bis sechs Kilometer umfassen.

Biberbaue haben unterschiedliche Ausprägung vom Erdbau bis zur typischen Astburg.

Der Biber nutzt seinen Bau zum Ruhen, Schlafen und zur Aufzucht der Jungen.

In seinem Revier gräbt er in die Böschung meist mehrere Röhren, in denen er frisst, sich ausruht oder bei Gefahr zurückzieht. Die Eingänge befinden sich immer unter Wasser.

Den Wasserspiegel hebt er durch den Bau von Dämmen nur dann an, wenn der Wasserstand nicht seinen Ansprüchen genügt. Der Eingang zum Biberbau muss immer unter Wasser liegen, um vor Fressfeinden geschützt zu sein. Er bevorzugt eine Mindestwassertiefe von 80 cm.

Ein Biberdamm besteht aus einem Gerüst aus Ästen und Zweigen, das mit Pflanzen und Schlamm abgedichtet ist.

Lebensweise

Biber leben monogam. Eine Biberfamilie besteht aus dem Elternpaar und den beiden jüngsten Jahrgängen von Jungtieren.   

Im Januar bis Februar findet die Paarung statt und im Mai kommen die Jungtiere zur Welt. Davor müssen die vorjährigen Jungen mit ca. 2 Jahren den Bau verlassen.

Er ist ein reiner Pflanzenfresser und ernährt sich hauptsächlich von Baumrinde, Zweigen, Blätter, Kräuter und Wasserpflanzen.

Der Biber ist dämmerungs- und nachtaktiv. Er ist sehr scheu, weshalb man ihn selten zu Gesicht bekommt. Winterschlaf hält er keinen.

angenagter Baum, der mittig nur noch durch einen kleinen Stammbehalt zusammen gehalten wirde
©pixaba_tassilo111
Ein von einem Biber durchgenagter Baum
©pixabay_tassilo111

Beim Abholzen benagt er den Stamm rundum in der sogenannten Sanduhrtechnik, wodurch sich dieser so stark verjüngt, dass der Baum fällt. Je nach Härte des Holzes kann ein Biber in einer Nacht einen bis zu 50 cm dicken Baum fällen. 90% der benagten Stämme sind allerdings höchstens 8 cm dick.    

Heutzutage sind weniger Bär und Wolf die Todesursache für Biber, sondern Infektionen von Bisswunden aus Revierkämpfen, Parasiten, Hochwasser, Motorboote, Netze, Reusen, Bisamfallen, Stauwehre und der Straßenverkehr.

Konflikt mit Menschen

In den meisten Biberrevieren funktioniert die Nachbarschaft zwischen Nager und Mensch problemlos. Viele Bürger freuen sich sogar über die Rückkehr des Bibers.  

Die Interessen von Mensch und Biber kollidieren meist dort, wo die land- oder forstwirtschaftliche Landnutzung bis an das Gewässer betrieben wird.

Durch den Dammbau kann es zu einer Vernässung landwirtschaftlich genutzter Wiesen und Felder kommen. Auch Fraßschäden, insbesondere in Mais-, Getreide-, Raps- und Zuckerrübenfeldern sind wahrscheinlich, wenn die Felder direkt an das Gewässer heranreichen. Es kann auch vorkommen, dass landwirtschaftliche Maschinen in unterhöhlte Bodenbereiche einbrechen, da Biber für ihre Bauten Hohlräume in den Uferbereich graben. Neben natürlichen Ufern sind auch Grabenbefestigungen und Deiche betroffen.

In der Fortwirtschaft sind sie aufgrund ihres Baumfällens unbeliebt. Besonders im Winter, wenn es nicht viel zu fressen gibt, fällt er ufernahe Bäume, um an die Blätter und zarte Astrinde zu gelangen.

Biber beschränken ihre Aktivitäten meist auf einen schmalen Streifen entlang der Gewässer. Die beste Präventionsmaßnahme ist es also, einen mindestens 10 m breiten Gewässerrandstreifen zu schaffen.

Bei Problemen können Sie uns kontaktieren — wir helfen Ihnen gerne weiter.