Weidenbohrer

(Cossus cossus)

Der Weidenbohrer ist ein Nachtfalter aus der Familie der Holzbohrer. Seine Raupe verursacht teils massive Schäden an Laubbäumen, während der erwachsene Falter kaum auffällig ist.

Aussehen

Raupe des Weidenbohrers mit dunkelrot gefärbtem Rücken und sonst geblichem Körper
©Walter Schön (www.schmetterling-raupe.de)

Die Raupen werden mit ca. zehn Zentimeter ungewöhnlich groß. Sie haben einen breit dunkelrot gefärbten Rücken und sonst gelblichen Körper. Ihr Kopf und ein Teil des Nackenschildes sind schwarz gefärbt. Der Körper ist glänzend und vereinzelt mit kurzen weißen Haaren übersät.

ausgewachsener Weidenbohrer, ein grauer Falter mit dunkler Marmorierung, die Flügel ragen hinten über den Körper hinaus
©entomart

Der Falter erreicht eine Flügelspannweite zwischen sechs bis acht Zentimeter und hat einen plumpen Körperbau. Er ist grau gefärbt mit dunkler Marmorierung. Die Flügel können teilweise bräunlich sein. Diese Färbung soll Baumrinde imitieren. Aufgrund des verkümmerten Saugrüssels kann er keine Nahrung aufnehmen.

Lebensweise

Der Weidenbohrer legt seine Eier in Rindenspalten von Laubbäumen (z.B. Weiden, Obstbäume, Buchen, Pappeln, Eichen) ab. In der Regel werden geschwächte oder schon abgestorbene Bäume bevorzugt.

Nach dem Schlüpfen fressen sie sich durch die Rinde bis tief in das Holz. Dabei durchziehen sie die Bäume von oben nach unten mit ihren Gängen. Diese können bis zu zwei Zentimeter breit und einen Meter lang sein. Die Bäume werden dadurch langfristig geschädigt. Bei stärkerem Befall kann es auch vorkommen, dass die Bäume absterben.

Die Raupen leben zwei bis drei Jahre in den Bäumen. Erst nach dieser Zeit ist die Entwicklung abgeschlossen und sie verpuppen sich entweder im Baum selbst oder im Boden. Ältere Raupen riechen stark nach Essig. Dieser Geruch ist auch im Umfeld des befallenden Baumes wahrnehmbar.

Die Raupe ist nicht giftig. Ein direkter Kontakt kann aber zu Hautreizungen führen. Sie besitzt kräftige Beißwerkzeuge und kann bei Bedrohung eine essigartige Flüssigkeit absondern. Diese schreckt vor allem Tiere wie Hunde und Katzen zuverlässig ab.

Anzeichen für einen Befall

Schadensbefall an einer Weide; Detailaufnahme einer Raupe, die sich durch ein Loch frisst, daneben zahlreiche weitere Löcher und Gänge im Holzstamm
©Christiane Stammberger (www.schmetterling-raupe.de)

Ein Befall ist an mehreren Merkmalen erkennbar. Der intensive Essiggeruch, der von befallenden Bäumen ausgeht, ist besonders auffällig. Weitere Anzeichen sind Bohrlöcher im Stamm, Bohrspäne am Stammfuß sowie welke Blätter und verdorrte Zweige. Hörbare Fraßgeräusche können auf einen starken Befall hindeuten. Im fortgeschrittenen Stadium treten vorzeitiger Blattfall und allgemeine Schwächeerscheinungen auf.

Bekämpfung

Eine Bekämpfung ist schwierig, da die Raupen tief im Holz sitzen und dadurch nur schwer erreichbar sind. Am effektivsten kann man eingreifen, wenn sich Eier oder die jungen Larven noch an der Rindenoberfläche befinden.

Mögliche Maßnahmen sind:

  • Astentnahme: Betroffene Zweige und Äste bis ins gesunde Holz zurückschneiden und verbrennen
  • Quassia-Seifenbrühe: Mischung auf befallene Stellen auftragen
  • Drahtmethode: Raupen durch Bohrlöcher aufspießen
  • Natürliche Fressfeinde: Entfernung durch Schlupfwespen
  • Baumfällung: Kompletten Baum fällen und verbrennen

Vorbeugung

Eine vorbeugende Pflege ist meist effektiver als eine nachträgliche Bekämpfung. Wirkungsvolle Methoden, die einen Baum vor dem Befall mit dem Weidenbohrer schützen, sind nicht bekannt. Daher bleibt nur die Stämme der Bäume regelmäßig zu kontrollieren:

  • im Juni und Juli nach abgelegten Eiern
  • im Juli bis September auf Löcher, inbesondere im unteren Stammbereich