Steinmarder
(Martes foina)
Der Steinmarder ist eine Raubtierart aus der Familie der Marder. Auch Otter, Dachse, Iltisse, Nerze und Wiesel gehören zu dieser Familie. Er ist oft in bewohnten Gebieten zu finden, da diese den Tieren ein reichhaltiges Nahrungsangebot und zahlreiche Versteckmöglichkeiten bieten. Ihre Anwesenheit führt allerdings häufig zu Konflikten mit Menschen wegen Schäden an Autos und Häusern.
Aussehen
Der Steinmarder hat einen langgestreckten und schlanken Körperbau. Sein Schwanz ist lang und buschig. Das Fell ist graubraun gefärbt mit einem weißen gegabelten Kehlfleck, der sich bis auf die Vorderbeine erstrecken kann. Der Steinmarder ist durchschnittlich zwischen 37-52 cm (Kopf-Rumpflänge) lang und 700-2000 g schwer. Der Schwanz misst zusätzlich 20-30 cm.
Lebensweise
Steinmarder sind dämmerungs- und nachtaktiv, tagsüber ziehen sie sich in ein Versteck zurück. Verstecke sind unter anderem Steinhaufen, verlassene Baue anderer Tiere, Dachböden oder Ställe.
Marder sind Einzelgänger. Sie sind sehr territoriale Tiere. Ihr Revier, das zwischen 12 bis 210 Hektar groß sein kann, markieren sie mit einem Sekret aus ihren Duftdrüsen.
Der Steinmarder ist ein Allesfresser. Auf seinem Speiseplan stehen insbesondere Mäuse, Kaninchen, Vögel, Insekten, Früchte und Beeren.
Die durchschnittliche Lebenserwartung in freier Wildbahn beträgt drei Jahre. Sie können aber ein Höchstalter von zehn Jahren erreichen.
Im Sommer (Juni bis August) erfolgt die Paarung. Aufgrund einer Keimruhe der befruchteten Eizelle kommt der Nachwuchs erst im Frühling (März bis April) nach einer relativ langen Tragzeit zur Welt. Ab Herbst werden die jungen Steinmarder selbständig.
Steinmarder und Mensch
Eine Gefahr für den Menschen stellen Steinmarder nicht da. Nach Möglichkeiten vermeiden sie den Kontakt.
In Deutschland unterliegen Steinmarder dem Jagdrecht. Die Tiere dürfen nur von Jägern mit entsprechender Berechtigung gejagt, gefangen und getötet werden. Aufgrund einer Schonzeit, dürfen in Baden-Württemberg Marder allerdings nur in der Zeit vom 16. Oktober bis 28.Februar bejagt werden.
Im Frühjahr dürfen die Wildtiere keinesfalls gestört werden, denn es besteht die Gefahr, dass Mütter und Jungtiere voneinander getrennt werden.
Marder im Auto
Steinmarder sind dafür bekannt, dass sie an Fahrzeugen Kabel, Schläuche und Dämmmaterial zerbeißen. Dabei können sie einen beträchtlichen Sachschaden anrichten.
Man geht davon aus, dass Marder den Motorraum aufsuchen, weil Artgenossen dort Reviermarkierungen zurückgelassen haben. Wahrscheinlich beschädigt also nicht der erste Marder das Fahrzeug, sondern ein später eintreffendes Tier, das auf den Geruch des Kontrahenten aggressiv reagiert.
Marderschutz für das Auto
- Zugänge versperren: Im Fachhandel sind spezielle Borstenvorhänge oder Bleche erhältlich
- Kabel schützen: Wellrohr aus Hartplastik eignet sich besonders gut
- Auto in einer Garage unterstellen
- Ultraschallgeräte
- Gerüche: Im Fachhandel sind spezielle Mardersprays erhältlich
Nach einem Maderschaden sollte unbedingt eine sorgfältige Unterboden- bzw. Motorwäsche durchgeführt werden, um die Geruchsspuren des Tieres zu beseitigen.
Marder im Haus
Steinmarder beziehen gern ungenutzte Bereiche in Gebäuden, insbesondere Scheunen, Garagen oder Dachböden. Nächtlicher Lärm, störende Gerüche und beschädigte Leitungen oder Dämmungen führen zu Konflikten mit Menschen.
Marderschutz für das Haus
- Aufstiegsmöglichkeiten entfernen: Unter anderem dienen Fassadenbegrünungen, Pflanzgitter, Bäume und Holzverkleidungen den Tieren als Leiter. Diese sollten entfernt werden bzw. mit Platten blockiert werden.
- Schlupflöcher verschließen: Schon ein Loch von ca. 5 cm ist für die Tiere ausreichend. Nach Bedarf mit Brettern, Putz oder anderem Baumaterialverschließen. Vorab muss sichergestellt sein, dass sich der Marder nicht im Haus befindet.
- Dachisolierung schützen: Eine Abdeckung des Dämmmaterials, z.B. mit einer Gipskartonplatte, ist ratsam.
- Negative Gerüche vorbeugen: Um zu verhindern, dass durch entstehende Gerüche weitere Marder angelockt werden, sollten Kotspuren und Speisereste möglichst schnell entfernt werden. Wasserdichte Auflagen wie z.B. Plastikplanen können den Boden vor Urin und Kot schützen.
- Licht, Geräusche und Gerüche: Mader reagieren empfindlich auf Licht, Geräusche (z.B. lautes Radio, Ultraschallgeräte) und bestimmte Gerüche (z.B. WC-Duftstein, Katzen- und Hundehaare, Ätherische Öle).
Marder sind sehr schlau und begreifen schnell, dass von den genannten Maßnahmen keine Gefahr ausgeht. Um den Überraschungseffekt zu erhalten, ist Abwechslung gefragt. Am effektivsten ist es, wenn man den Tieren den Zugang zum Haus oder Motorraum des Autos erschwert.
Meist bleiben Marder aber nicht dauerhaft zu Gast, sondern nur immer mal wieder für eine Nacht. Des Weiteren ist zu beachten, dass ein frei gewordenes Revier oft sehr schnell wieder von einem anderen Tier besetzt wird.
Wie lasen sich Marderbesuche vorbeugen?
Eine Kombination aus baulichen Sicherungen, Geruchs- und Geräuschabwehr, Entfernung von Nahrungsquellen und regelmäßiger Kontrolle ist der effektivste Weg um Marderbesuche zu vermeiden.
Durch Abwechslung und konsequente Anwendung bleiben die Tiere langfristig fern, ohne dass ihnen Schaden zugefügt wird.
- Haus und Dachboden sichern: Aufstiegsmöglichkeiten entfernen und alle potenzielle Zugänge, ab Öffnungen von 5 cm Durchmesser, verschließen.
- Auto schützen: Spezielle Marderschutzgitter, Kabelummantelungen oder Ultraschallgeräte können Schäden verhindern.
- Abwehr durch Geräusche und Gerüche: Marder sind sehr geräuschempfindlich. Ein Ultraschallgerät oder ein laufendes Radio können Marder vertreiben. Des Weiteren meiden sie bestimmte Gerüche, diese können an potenziellen Zugängen platziert werden. Sie sollten aber regelmäßig gewechselt werden, da sie sich schnell an Gerüche gewöhnen.
- Nahrungsquellen entfernen: Obst, Kompost, Vogelfutter sowie offen zugängliches Hunde- und Katzenfutter locken Marder magisch an. Um den Garten unattraktiv zu machen, sollten diese gesichert oder entfernt werden. Marder sind wehrhaft, das Futter könnte zu Konflikten zwischen den Tieren führen.
- Beleuchtung: Lichtquellen können Marder abschrecken.
Bei Problemen können Sie uns kontaktieren — wir helfen Ihnen gerne weiter.



